Im Garten- und Landschaftsbau ist Beton unverzichtbar. Sei es, um Pflastersteine zu setzen, Palisaden zu betonieren oder Steinterrassen anzulegen. Viele Galabauer zahlen nicht mehr für Beton, sondern verdienen sogar Geld mit dem Baustoff. Der Schlüssel dazu ist eine Betontanstelle. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie die Anlage für Ihr Unternehmen nutzen können. Außerdem stellen wir Ihnen ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis vor.
Zement, Wasser, Sand, Kies – in der Theorie ist Beton schnell gemischt. Doch die große Nachfrage nach Frischbeton führt an Mischwerken zu langen Wartezeiten. Die Leidtragenden sind häufig Handwerksbetriebe wie Garten- und Landschaftsbauer, die beim In-der-Schlange-stehen viel Zeit verlieren. Außerdem fallen in der Regel Mindestabnahmemengen von 0,5 bis 1 m3 und Mindermengenzuschläge an. Die Lösung: Immer mehr Betriebe stellen ihren eigenen Beton her.
Betontankstellen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Betreiber kommen nicht mehr alleine aus dem klassischen Baustoffhandel – auch Galabauer haben das Konzept längst für sich entdeckt. Der Vorteil: Selbstzapfer kommen viel schneller (in zwei bis drei Minuten) und günstiger an ihren Beton. Außerdem können Sie den Baustoff über den Eigenbedarf hinaus produzieren und an andere Betriebe sowie Privatpersonen verkaufen. Damit erschließen sich Galabauer ein neues Geschäftsfeld.
Für Garten- und Landschaftsbauer lohnt sich eine Betontankstelle meist bereits ab einem Eigenbedarf von 300 bis 400 m3 im Jahr. Bei einer Standardanlage können pro Charge bis zu 0,5 m3 Beton ausgeschüttet werden.
Das Konzept Betontankstelle
Die gewünschte Betonmischung binnen Minuten abzapfen: Das ist die Idee hinter der Betontankstelle. Mit ihr lassen sich 15 bis 30 m3 Beton in der Stunde produzieren. Die Anlage besteht aus fünf Elementen: einem Mischmodul, zwei oder vier Kiesvorratskammern mit Steuerung, einem Zementsilo mit Zementstaubfilter, einem Austragsförderband und einem Chipkartenleser. Am gängigsten ist die Vierkammer-Anlage mit einem 0,5-m3 -Mischer.
Es funktioniert so: Zementsilo und Kiesvorratskammern führen dem Planetenmischer die Bestandteile für den Beton zu. Dieser mischt die Zutaten mit Wasser aus dem zusätzlichen Tank oder Festanschluss. Abschließend läuft der fertige Frischbeton über das Auftragsförderband und fällt auf den Anhänger oder ein anderes Behältnis. Ist Verzögerer beigemischt, bleiben drei bis vier Stunden für die Verarbeitung.
Die Reinigung: ein Kinderspiel
Eine moderne Betontankstelle zu reinigen ist sehr unkompliziert. Bei Beton2Go wird die Mischtrommel trocken mit 8/16 Kies gereinigt, der danach wieder als Ausgangsprodukt verwendet wird. Danach muss die Trommel nur noch mit Mischerschutz eingesprüht werden. Zusätzlich können Betonreste mit einem Hammer abgelöst werden. Das ist aber nicht zwingend erforderlich. Insgesamt müssen für die Reinigung täglich etwa 20 Minuten aufgewendet werden. Diese Form der Reinigung ist sehr sauber, es entstehen keine Entsorgungskosten. Ansonsten brauchen die Anlagen wenig Pflege. Das Förderband reinigt sich wie von selbst, da ein Abstreifer am Band dafür sorgt, dass alle Betonreste entfernt werden.
Beton zum Abholen
Wenn Sie den Beton aus Ihrer Tankstelle verkaufen möchten, verläuft der Prozess wie folgt:
- Der Kunde bestellt und bezahlt an der Kasse die gewünschte Betonsorte und -menge. Dieser Service kann mit einem SB-Terminal automatisiert werden, was das Personal entlastet.
- Dann bekommt der Kunde eine Magnetkarte oder einen QR-Code zur Speicherung der Auftragsdaten.
- Er platziert sein Fahrzeug unter der Betonausgabe der Tankstelle.
- Nachdem die Maschine über den Leser via Code oder Karte die Daten hat, läuft alles automatisch: Das Mischmodul legt los, und zum Schluss läuft der Beton selbstständig auf den Hänger oder das Transportgefäß.
Sobald Sie Ihre Betontankstelle externen Nutzern zugänglich machen, können Sie damit rechnen, dass sich Ihre Zapfmenge innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Mit Fremdverkauf werden pro Anlage durchschnittlich 1.200 bis 1.500 m3 Beton im Jahr gemischt. Je nach Region ist noch mehr drin: In vielen Gebieten ist Transportbeton so teuer, dass die Tankstelle die Kunden wie ein Magnet anzieht.
Aus der Praxis: Tankstellenpionier im Galabau
GaLaBau Poscher war einer der ersten Garten- und Landschaftsbaubetriebe mit Betontankstelle. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl von Leistungen für den Garten an: von Landschaftsplanung über Baumpflege bis hin zu Bewässerungssystemen und Steingärtenteichen.
Seit 2018 beinhaltet das Portfolio auch Betonverkauf. Poscher nutzt seine Betontankstelle sowohl zum Eigenbedarf als auch zum Vertrieb an Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen. Die Anlage steht am Firmenstandort in Willich und besitzt drei Kammern: je eine mit 0/8 mm Estrichsand, 16/32 mm Kies und 2/8 mm Perlkies für Monokorn-Mörtel. 2019 haben wir noch ein zweites Silo für Trasszement hinzugefügt.
Lange Wartezeiten gehören der Vergangenheit an
Über seine Anlage bietet Poscher acht verschiedene Betonrezepturen an. Die Mindestabnahmemenge liegt bei 250 l und ist damit deutlich geringer als bei Betonmischwerken. Poscher benötigt ca. 1.000 m3 Beton im Jahr; die Chargen liegen in der Regel zwischen 1 und 2 m3. Wer so kleine Mengen braucht, muss im Betonwerk oft lange warten und häufig einen Mindermengenzuschlag zahlen. Die Lösung: Der Galabauer holt sich das Mischwerk direkt auf den Hof. Mit dem Warten und Draufzahlen ist es seitdem vorbei, und auch andere Betriebe wissen Poschers Service sehr zu schätzen.
Ich zahle nie wieder Mindermengenzuschlag und bekomme meinen Beton genau dann, wenn ich ihn brauche. Christian Poscher Christian Poscher
In der Region eingeschlagen
Andere Galabauer, Straßenbauer, Privatkunden, der städtische Bauhof: Die Liste der Betonkunden bei Poscher ist lang. Kleine Mengen zapfen, lange Wartezeiten sparen, nur für den Beton und Service zahlen – das kommt an. Bislang hat Poscher mit der Betontankstelle weitaus mehr Beton verkauft als selbst verbraucht. Zusätzlich stellt er nun eigene Betonsystemsteine her, ebenfalls für den Verkauf.
Innerhalb der ersten zwei Jahre haben etwa 7.000 m3 Beton unsere Anlage durchlaufen. Der Großteil davon ging an unsere Kunden. Betonverkauf ist für uns zu einem lukrativen Geschäftsfeld geworden. Christian PoscherChristian Poscher
Fazit: unschlagbar schnell und günstig
Galabauer mit Betontankstelle sparen jede Menge Wartezeit und zahlen für ihren Beton häufig nur die Hälfte im Vergleich zu den Preisen beim Betonwerk. Außerdem läuft der Verkauf gut, denn günstiger oder schneller als an einer Betontankstelle ist Frischbeton nicht zu bekommen. Das kurbelt das Geschäft an. Auf diese Weise wird Beton für Galabauer zum grauen Gold.